Der Schredder ist zurück – hinein werfen wir die ganze Nation. Das Theaterhaus führt seine Spielreihe für junge Nachwuchstheatermacher fort. Wir suchten und fanden vier aufstrebende Gruppen, die sich anschickten, das ganze Land in seine Einzelteile zu zerlegen, eine Auswahl zu treffen, diese in Form zu gießen und zur Aufführung zu bringen. Das Schredder-Festival zeigte alle vier Aufführungen geballt an einem Wochenende.

Fünf Projektgruppen aus jungen Theatermachern und Performancekünstlern haben sich im Rahmen des Schredders mit dem Kapitalismus auseinander gesetzt und brachten ihre Ergebnisse in innovativen Theaterformaten auf die Bühne. Wissenschaft traf künstlerische Praxis, Recherchearbeit mündete in ästhetischer Formentwicklung.
Wir stellten den ausgewählten Projekten ein minimales Produktionsbudget, eine Woche Probenzeit im Theaterhaus-Foyer und einen erfahrenen Künstler als Berater zur Verfügung.
Im März und April 2011 gab es insgesamt fünf Premieren, die am 08./09.04 zusammengefasst zum Schredderfestival 2011 noch einmal komprimiert aufgeführt und von einen spannenden Rahmenprogramm flankiert wurden.

 

 

 

Der Bibelschredder ist der Nachfolger des Schillerschredders. Der Schredder ist als Werkstattplatz konzipiert, wo sich junge TheatermacherInnen mit einem Thema auseinandersetzen und zu diesem spannende Theaterformate entwickeln.
Der Bibelschredder fand über vier Wochen im März 2010 statt. Am Ende jeder Woche stand eine Aufführung, am 10./11. April gab es ein Wochenend-Festival, bei welchem alle Projekte noch einmal gezeigt wurden.
Dem Schredder ist es wichtig, dass über die entstandenen Produktionen reflektiert werden kann. Darum gab es im Rahmen des Festivals ein abschließendes Symposium in der Citykirche. Moderiert wurde es von Pastorin Nora Stehen und Florian Frenzel, Mitarbeiter des Instituts für Theater und Medien der Universität Hildesheim. 

 

Warum die Bibel?

Natürlich klingt Bibelschredder zunächst martialisch. Aber uns geht es hier nicht um theatrale Blasphemie, sondern darum, wie man ein solch umfangreiches und für die abendländische Kultur so bedeutendes Werk für das Theater bearbeiten kann. Und dabei kann uns ein Schredder gute Dienste erweisen, denn:
"Wird ein Objekt in den Schredder gegeben, wird dieses in kleine Bestandteile aufgelöst.
Zunächst aber wird das Objekt ausgeschlachtet, Betriebsstoffe werden abgelassen, das Rohmaterial wird gepresst und anschließend durch eine Hammermühle in kleine, etwa faustgroße Teile zerteilt."
Der Bibelschredder ist der Laborversuch des Theaterhaus in dem junge Nachwuchsgruppen das Buch der Bücher zerlegen, analysieren und neu zusammenfügen. Was geschieht mit der Heiligen Schrift im Reagenzglas? Wird‘s bunt? Stinkt‘s? Knallt‘s?

Wer Schiller war, wissen wir alle.

Die Hausreihe im Theaterhaus hat Schiller in den Schredder geworfen.

Wird ein Objekt in den Schredder gegeben, wird es in kleine Bestandteile aufgelöst. Zunächst aber wird das Objekt ausgeschlachtet: das Rohmaterial wird gepresst und anschließend in kleine, etwa faustgroße Teile zerteilt. Dies ermöglicht dem Entsorger eine Sortierung der Reststoffe zum anschließenden Recycling.
Vier junge Künstlergruppen haben Schiller recycelt und aus seinen Einzelteilen innovative Produkte geschaffen: an vier Abenden im April und Mai 2009 war jeweils ein Schillerdrama in einem neuen Theaterformat zu sehen. Es gab getanzte Regieanweisungen, viele Infos über das Brennverhalten von Scheiterhaufen, die Entstehung eines neuen Nationalhelden und die letzten Tage Schillers im Schnelldurchlauf.

Während des Produktionsprozesses wurden die Künstler/Innen von Mentor/Innen begleitet, um ihre Arbeit zu reflektieren. Im Juni 2009 fand ein Symposium statt, an dem die entstandenen Ergebnisse diskutiert wurden.

Das Konzept des Schredders beruht auf einer simplen Idee: Was immer man in den Schredder hinein gibt – egal wie sperrig, groß und komplex es auch sein mag – wird zerteilt, in einzelne Aspekte zerlegt und dadurch überhaupt erst überschaubar, einsehbar und vielleicht sogar verständlich.

Schon seit 2009 setzen sich jedes Jahr junge Theatermacher*innen mit großen Themen auseinander und verhandeln diese in verschiedenen Theaterformaten auf der Bühne. Recherchearbeit mündet in ästhetische Formentwicklung, Wissenschaft trifft auf künstlerische Praxis.

Welcher Themenkomplex geschreddert werden soll, bestimmt das Leitungsteam.

Nach der Verkündung des Wortes folgte in den vergangenen SCHREDDER-Ausgaben eine Ausschreibungsphase, die den Wettbewerb einleitet. Aus allen eingesandten Konzepten wählte die Leitung vier Nachwuchsgruppen aus, die jeweils eine Woche Probenzeit im Theaterhaus Hildesheim sowie ein Produktionsbudget erhielten, um anschließend einen Zwischenstand (die sogenannte Preview) zu zeigen.
Professionelle Theatermacher*innen unterstützten die Gruppen als Mentor*innen und berieten sie konzeptionell, dramaturgisch, ästhetisch und theaterpraktisch.
Mit neu gewonnenen Feedback ging es in die zweite Probenphase und dann mit der finalen Fassung in den Wettbewerb. Eine unabhängige Jury entschied beim SCHREDDER-Finale welche Produktion die Möglichkeit des Gastspiels gewann und somit die Chance ihre Produktion ein weiteres Mal vor neuem Publikum zu zeigen.

Nach einer kurzen Pause und einer Phase der Neukonzipierung ist der Schredder 2018 wieder da und lädt zu einem Experiment ein. Der Schredder macht es sich zur Aufgabe demokratischer und transparenter zu werden und die Bedingungen für einen experimentellen Forschungsraum für Nachwuchsgruppen zu stärken.

Auch 2018 entschied und verkündete das Leitungsteam das Wort, erstmalig folgte keine Ausschreibung für fertige Konzepte, sondern für das Pitch-Wochenende. Dieses Wochenende bot mit zwei Pitch-Runden die Möglichkeit erste Ideen und Ansätze formal und ästhetisch vorzustellen, direktes Feedback zu erhalten und es umzusetzen, aber auch die andere Position einzunehmen und Ideen und Ansätze der anderen Teilnehmer*Innen zu sehen und zu Feedback zu geben. Erstmalig stimmten nur die Teilnehmer*Innen des Pitch-Wochenendes demokratisch über die Auswahl der vier Festival-Gruppen ab.

Die vier Festival-Gruppen erhalten weiterhin die Möglichkeit jeweils für zwei Probenphasen in das Theaterhaus Hildesheim einziehen und mit den Anregungen, des Pitch-Wochenendes an ihren Produktionen weiterzuarbeiten. Die "Previews" heißen jetzt "Testlauf". Sie münden aber auch weiterhin in ein Dreitägiges Theaterfestival, bei dem die Produktionen Premiere feiern. Gastspiele werden nun nicht mehr von einer Jury als Preise vergeben, sondern im Sinne der Nachwuchsförderung im Vorfeld organisiert und verhandelt.

Das Format Schredder hat sich das Ziel gesetzt Rahmenbedingungen zu schaffen, die erste professionelle Theaterarbeit für junge Nachwuchsgruppen gewährleisten. Freie und experimentelle Forschungsräume  entstehen, um Themenkomplexe kleinteilig auseinander nehmen zu können und Produktionen hervorzubringen, die abseits der Universität Fuß fassen.
Wir freuen uns über jeden, der diesen Weg begleiten möchte, sei es als Theatermacher*in oder Zuschauer*in!

 

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