Bild © Mona HofmannMit den Worten "es brennt" sprechen wir symbolisch über die aktuelle finanzielle Lage des Vereins und gehen damit an die Öffentlichkeit. Darüber berichtet haben bereits die Hildesheimer Allgemeine Zeitung, der Kehrwieder und Radio Tonkuhle.

Wir wollen offen über die Situation reden und euch einen Einblick in das aktuelle Geschehen geben.

Uta wird das Theaterhaus zum Ende des Jahres verlassen, weil sie es gesundheitlich einfach nicht mehr stemmen kann. Denn: Die Geschäftsführung hat nicht mal eine halbe Stelle. Bezahlt werden 14(!) Stunden in der Woche. Insbesondere an Utas Stelle wird das Ausmaß der prekären Arbeitssituation im Theaterhaus deutlich. Lohnbuchhaltung, Projektabrechnung, Fördermittelakquise, Kulturpolitik, Umsatzsteuervoranmeldungen und weitere Aufgaben im Kontakt mit dem Finanzamt und Fördermittelgeber*innen gehören zu den offensichtlichsten und regelmäßigsten Aufgaben. Allein durch diese Aufgaben kommt es dauerhaft zu einer Anhäufung von Überstunden, die weder abgefeiert – dafür fehlt Personal, das sie vertreten könnte, heißt: die Aufgaben würden liegen bleiben – noch bezahlt werden können - wäre Geld da, könnten die Stunden zumindest aufgestockt werden.
Es werden also regelmäßig Überstunden getätigt, um den Aufgaben gerecht zu werden, doch selbst die reichen nicht immer aus. Gleichzeitig ist das Kontingent an Überstunden sowieso begrenzt, da alle Personen im Theaterhaus zweite und dritte Jobs haben, um ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können.

Die finanzielle Lage im Theaterhaus
Finanziert wird das Theaterhaus in seiner Basis durch das Land Niedersachsen mit der dreijährigen Konzeptionsförderung - seit 2019 in Höhe von 49.000 €/Jahr (davor waren es 40.000€). Die Stadt Hildesheim bewilligte in 2019 und 2020 eine Strukturförderung in Höhe von 20.000 €. Hinzu kommen Projektmittel für den schauSpielPlatz und die FREI_TREPPE. Die Basisförderung trägt die Miet-, Neben- und Betriebskosten, die Kosten zum Erhalt der Infrastruktur sowie die Löhne von fünf Teilzeitangestellten mit 14 bis 11 Wochenstunden und einem Brutto-Stundenlohn von 14 €.

Die Aufstockung der Mittel durch die Stadt allein reicht bei Weitem nicht aus, um den eigentlichen Bedarf zu sichern. Das Theaterhaus ist langjähriges Mitglied der AG der Spielstätten im Landesverband der Freien Theater. Dort streiten wir für eine Spielstättenförderung vom Land in Höhe von 250.000 € pro Jahr. Aber was zuerst nötig ist: Die Stadt Hildesheim muss sich schon jetzt zu ihrem Theaterhaus und der Freien Szene bekennen.
Gerade, dass das Theaterhaus gleichzeitig als Player für die Kulturhauptstadt gesehen wird und dies auch aufgrund seiner guten und fundierten Arbeit, seiner innovativen Formate, seiner überregionalen Kontakte und der Kraft seiner Mitglieder auch im Hinblick auf Beteiligungen in die Stadtgesellschaft hinein sein könnte, schmerzt.

Wie weiter?
Uta wird das Theaterhaus verlassen. Coaching und ärztlicher Rat lassen sie die Notbremse ziehen. Uta ist eine starke Frau, der das Theaterhaus und die Hildesheimer Freie Szene sehr am Herzen liegen. Sie hat auch sehr lange mit dieser Entscheidung gehadert. Doch der Funke ist schon längst übergesprungen. Der Vorstand kann die Stelle der Geschäftsführung in diesen Strukturen nicht neu besetzen, da dies grob fahrlässig wäre. Wir und der Vorstand sind uns dessen bewusst, dass wir eine gesundheitsgefährdende Stelle ausschreiben würden. Wir können und wollen so nicht länger weitermachen.
Nach einem Gespräch mit dem Land Niedersachsen wird klar: Wenn das operative Geschäft nicht gesichert und gewährleistet werden kann, wird die Konzeptionsförderung (und auch weitere Projektförderungen) nicht ausgezahlt. Die Konsequenz daraus wäre die Schließung des Theaterhauses nach 30 Jahren Kampf und Rechtfertigung. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und sie schmerzt sehr, aber wir müssen auch der Realität ins Auge blicken, dass wir eigentlich schon lange lichterloh brennen.

Wir haben am 18. September ein Treffen mit dem Hildesheimer Oberbürgermeister, in dem wir die Situation des Hauses und die damit einhergehenden Folgen darstellen wollen und hoffen noch darauf, dass sich die Stadt mit der Freien Szene und dem Theaterhaus solidarisch zeigt, einspringt und eine Erhöhung der Förderung ermöglicht, um das Theaterhaus noch zu retten. Weitere Treffen wurden von den Grünen, der SPD und von dem Projektbüro Hi2025 angefragt. Zudem haben uns bereits viele Zusprüche und stärkende Worte erreicht, für die wir uns allgemein bedanken wollen.

Wir versuchen euch auf dem neusten Stand zu halten. Dafür nutzen wir unter anderem unsere Facebook-Seite, wo ihr gerne immer mal wieder vorbeischauen könnt.
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