Was ist der SCHREDDER?

Was ist ein Schredder? Um es mit den Worten der ersten Schredder-Leitung um Ulli Bedrich (damals Vogt), Christian Meinke und Franziska Ruhl zu sagen: "Wird ein Objekt in den Schredder gegeben, wird dieses in kleine Bestandteile aufgelöst. Zunächst aber wird das Objekt ausgeschlachtet, Betriebsstoffe werden abgelassen, das Rohmaterial wird gepresst und anschließend durch eine Hammermühle in kleine, etwa faustgroße Teile zerteilt." Sinngemäß: oben wirft man Kanon rein und im Verarbeitungsprozess entsteht etwas Verwertbares für zeitgenössische Performances. 
2009 ging es darum, einen Raum für das Unfertige, Skizzenhafte und Fragmentarische zu schaffen, in dem sich die Studierenden austoben konnten. Es ging in einer Zeit, in der einem die studentischen Produktionen immer „fertiger“, wie aus einem Guss vorkamen darum, dreckige erste Würfe und Mut zum Blödsinn zu ermöglichen – also das, wozu wir uns durch das Studium ermutigt fühlten. Nichts Weltbewegendes also, aber etwas, das konkret auf die Bedarfe der Kuwi-Studierendenschaft einging, um die eigene Praxis aufzumischen. Damit hat der Schredder nie aufgehört. In den Folgejahren wurden Faktoren wie Zeiträume, das Mentor*innensystem, das Festival usw. immer wieder überarbeitet – immer mit den Leitfragen: Was brauchen wir? Was wollen wir versuchen? Als Theater/Tanz/Performance-Studierende? Als Gemeinschaft? Das Wettbewerbsprinzip wurde ausgesetzt, Jurys eingeführt und wieder abgeschafft, mit Themen gespielt, geschreddert wurden Klassiker, Ideologien, Themenkomplexe, Dispositive. Der Schredder wurde als Hausreihe des Theaterhauses und Nachwuchsformat zur Institution - die sich permanent neu erfindet. (Maike Tödter, 2019)

Mit der Programmreihe SCHREDDER hat das Theaterhaus in den vergangenen Jahren ein sehr erfolgreiches Format zur Nachwuchsförderung immer wieder weiterentwickelt. Es richtet sich an die niedersächsische junge Freie Theaterszene und bietet Raum für erste theatrale Experimente und Erstlingswerke.

Nachwuchstheaterschaffende, insbesondere Studierende der Kunst- und Kulturwissenschaftlichen Studiengänge aller niedersächsischen Hochschulen* sind dazu eingeladen, sich als zukünftige Leitungsteams für den SCHREDDER zu bewerben.

Genau wie für die jeweiligen SCHREDDER-Gruppen, bietet der SCHREDDER auch für das Leitungsteam einen geschützten Experimentierraum, der auch Gestaltungsmöglichkeiten und die Weiterentwicklung des Formats erlaubt. 

Die Aufgabe des Leitungsteams ist die Konzeption und Durchführung des Festivals, von der Auswahl des Wortes bis zum Schreiben des Verwendungsnachweises nach dem Festival und bietet die Möglichkeit das bereits bestehende Konzept des Festivals kritisch zu befragen, umzuarbeiten und weiterzuführen. Die Aufgaben gliedern sich in die drei (Haupt-) Arbeitsbereiche Finanzen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowieKommunikation mit den Gruppen. Jedes der drei Aufgabenfelder sollte von einer Person besetzt werden, wobei sich die einzelnen Bereiche an einigen Stellen auch überschneiden. Die konkreten Aufgaben innerhalb der jeweiligen Tätigkeitsfelder findet ihr bei der digitalen Ausschreibung unter www.theaterhaus-hildesheim.de.

Bisher wurde bereits SCHILLER, die BIBEL, KAPITALISMUS, DEUTSCHLAND, AFRIKA, SHAKESPEARE, FAMILIE, BÜROKRATIE und der SCHLAGER geschreddert.

In 2020 feiert der SCHREDDER bereits seine 10. Ausgabe und kann es kaum erwarten einen neuen Themenkomplex gemeinsam mit einem neuen Leitungs-Team und neuen SCHREDDER-Gruppen zu zerkleinern.

Daher suchtdas Theaterhaus nach einer Projektleitung für die nächste Ausgabe des SCHREDDERs!

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