... Seit 27 Jahren besteht der gemeinnützige Verein in freier Trägerschaft zur Förderung der Freien Theaterkultur in Hildesheim.

Als 1990 der Verein für Freie Theaterkultur Buffo e.V. gegründet wurde, war die Idee schon lange überfällig. Studenten und Absolventen des Studiengangs „Kulturpädagogik“, später „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“, gründeten ein Freies Theaterensemble nach dem anderen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Notwendigkeit erkannt wurde, sich zu organisieren.

 

Der Buffo e.V. nutzte hauptsächlich die Räume der Kulturfabrik Löseke für seine Aufführungen und benannte sich 1999 in Theaterhaus Hildesheim e.V. um. Inzwischen war die „Hildesheimer Schule“ der Freien Theatergruppen auch überregional zu einem Geheimtipp geworden.

  

Das Theaterhaus am Ostertor

Noch im selben Jahr bezog der Verein ein eigenes Gebäude am Ostertor im Herzen der Stadt. Dieser zentrale Ort wurde für über ein Jahr, durch die im Verein organisierten Ensembles und der finanziellen Unterstützung des Landes Niedersachsen, zu einer überregional beachteten Spielstätte für Freies Theater. Die hohe Dichte an Freien Theatern in Hildesheim garantierte ein reichhaltiges Angebot für das Theaterhaus. Dazu gab es Festivals, renommierte Gastspiele sowie Kooperationen mit dem Theaterinstitut der Universität Hildesheim und dem Stadttheater Hildesheim.

Der Verein erlebte jedoch einige Rückschläge. Überregionalem Renommee standen wachsende Finanzierungsprobleme entgegen. Im Jahr 2001 musste das Theaterhaus am Ostertor schließen. 2002 bezog der Verein die einstigen Lagerräume der Textil- und Handelsgesellschaft, Langer Garten 23 c und betreibt dort seither eine Spiel- und Produktionsstätte für Freies Theater.

Trotzdem löste sich zwischen 2001 und 2004 eine Vielzahl der etablierten Gruppen auf und etliche Freie Theatermacher verließen die Stadt.

 

Generationenwechsel im Vorstand 

Engagierte Mitglieder des Vereins hielten die Vereinsstruktur aufrecht und übergaben 2005 den Vorstand an eine neue Generation.

Diese erkundete mit frischem Elan die Möglichkeiten, gute Rahmenbedingungen für Freies Theater in Hildesheim zu schaffen. Damit ist die Spielstätte erneut zu einer wichtigen Institution für Freie Gruppen geworden.

Der laufende Betrieb des Vereins, seine beratenden Tätigkeiten, seine Lobbyarbeit und die verstärkte Netzwerkbildung ermöglichen sowohl den verbliebenen etablierten als auch den jüngeren Gruppen die Existenz und geben ihnen einen Aufführungs- und Produktionsraum in Hildesheim.

 

Anerkennung durch das Land Niedersachsen 

Seit 2007 erhält der Theaterhaus Hildesheim e.V. eine Konzeptionsförderung des Landes Niedersachsen ("Spitzenförderung im Bereich Freies Theater und Tanz"). Die Förderung ermöglichte dem Haus einen weiteren Entwicklungssprung. Mitarbeiter des Vereins hatten sich bis dahin ehrenamtlich engagiert. Durch die Förderung konnten mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse geschaffen werden. Dies führte zu einer stetig voranschreitenden Professionalisierung der Organisationsstruktur und ermöglichte die nachhaltige Weiterentwicklung des Vereins und der Spielstätte.

 

Zum Vereinszweck des Theaterhaus Hildesheim e.V. gehört es, Freiräume für künstlerisches Denken und Handeln zu schaffen, sowie Mitgliedsgruppen kulturpolitisch zu vertreten und  Proben- und Aufführungsräume in Hildesheim zu bereitzustellen. Der Service bei Antragstellungen und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Verteilung von Fördermitteln bilden ebenso einen wichtigen Bestandteil der Vereinsarbeit. Derzeit sind im Verein 31 Theatergruppen Mitglieder (professionell und präprofessionell), die fast alle dem universitären Kontext („Hildesheimer Schule“) entspringen. In den letzten Jahren sind drei verschiedene Hausreihen entstanden. Schredder und deBühne widmen sich der Förderung junger Theatergruppen, der schauSpielPlatz bedient das Kindertheatergenre. Die jährliche Veranstaltungszahl im Theaterhaus changiert seit 2006 zwischen 140 – 160 Veranstaltungen: Theateraufführung, Performance, Festival, Lesung, Slam sowie genre- und spartenübergreifende Formate lassen ein facettenreiches Programm entstehen, das immer wieder offen für Innovationen ist. Seit 2008 engagiert sich der Verein wieder verstärkt in städtischen künstlerischen Großprojekten wie beispielsweise die Hildesheimer Wallungen (2009 und 2011) und M – Zeitreise zu Michaelis (2010).

 

Spielstätte & Büro:

Theaterhaus Hildesheim e.V., Langer Garten 23 c, 31137 Hildesheim