Ein Geek ist ein Experte und Enthusiast – eine Person also, die besessen ist von einem spezifischen Thema und all ihr Streben und Treiben danach ausrichtet. Der Geek verfügt wie der Nerd über ein enormes fachliches Wissen. Im Gegensatz zu diesem zieht sich der Geek bzw. das Geek Girl aber nicht in ein stilles Kämmerchen zurück, sondern sucht den Kontakt zu Gleichgesinnten – um sich auszutauschen, weiterzubilden und die Freude an seinem bzw. ihrem geekigen Lieblingsthema mit anderen zu teilen.

Die GEEK WEEK möchte eine Plattform für Austausch und Fortbildung bieten: Vom 31. Juli bis zum 14. August öffnet das Theaterhaus die Türen für alle, die im Alltagstrott ihre Inselinteressen nicht richtig ausleben können, die das Zusammensein mit anderen skurrilen Charakteren genießen und ihren Sommer mit ausgiebigen & außergewöhnlichen Fachsimpeleien beginnen wollen. Gelegenheit dazu bieten acht Workshops zu verschiedenen technischen, künstlerischen, psychologischen und kulturwissenschaftlichen Themen – von Hildesheimer Geeks für Hildesheimer Geeks. 



Workshops | Übersicht

 
 
 
 
 
 
 
 
 
14.8. | ABSCHLUSS: LagerfeuerRevue mit allen WorkshopGeeks
 


Side Program

Eröffnet wird die Geek Week mit einem SuperSlam und anschließender Party am 31. Juli um 20.15 Uhr (Party ab 22.00 Uhr). Zwischendurch können sich Teilnehmende und weitere Neugierige bei gemeinsamen Abendbroten am 3., 5., 8., 9. und 12. August jeweils um 19 Uhr zum Munchkin- spielen, Ausdauerfilmschauen, Ententanzen, Debattieren oder Tüfteln treffen. Zum Abschluss gibt es am 14. August noch eine kleine gemeinsame GeekRevue am Lagerfeuer. 
 


Anmeldung

Über den Spielplan auf www.theaterhaus-hildesheim.de könnt ihr euch bis zum 27. Juli bindend für die Workshops anmelden. Es gibt keine Beschränkungen wie Alter, Studium o.Ä., allein euer Interesse an dem Geek-Thema zählt! Wir möchten das Engagement der Workshopleiter*innen („OberGeeks“) entlohnen, weshalb für die Teilnahme ein kleiner Wertschätzungsbeitrag von 15 Euro (1,5-tägiger inkl. Obst & Kekse) bzw. 20 Euro (3-tägiger Workshop inkl. Obst & Kekse) anfällt. 


 
Die Workshops | im Detail


The GEEK WEEK proudly presents: Die OberGeeks des Jahres 2015!

SuperSlam 

Termin: 31. Juli, 20.15 Uhr | Party ab 22 Uhr

Superhelden gibt es seit über 70 Jahren – und seit über 50 Jahren schlagen sie sich auch gern mal gegenseitig die Köpfe ein. Im Kino stehen uns nächstes Jahr Batman gegen Superman und Iron Man gegen Captain America bevor. Wir klären das alles schon jetzt: Wer ist der beste Superheld? Hier entscheidet nicht die schnöde Power, es geht um den Charakter an sich, seine oder ihre Stärken und Schwächen, die Stories, das Verhältnis zu den Schurken, Symbolik etc.

Der Superhero Slam schickt die unterschiedlichsten Helden in den Ring – und am Ende entscheidet das Publikum. Stellvertretend für die kostümierten Männer und Frauen treten an:

OberGeeks: Alexander Polikowski. Steht jeden Morgen im Studio von Radio Tonkuhle. Neben dem Morgenmagazin moderiert er auch eine Sendung über Filme und eine über Popkultur. Seit er denken kann, ist er Batman-Fan, verschlingt Comics, Filme, Cartoons und Games – entsprechend wird er beim Superhero Slam den Flattermann verteidigen. | Fionna Kessler. Die Kulturwissenschaftlerin steht kurz vor ihrem Abschluss und hat bereits einen Roman veröffentlicht und eine gender- gebendete Version von "Fight Club" auf die Bühne gebracht. Seit einer Weile ist sie eine Kollegin von Alex Polikowski – im Popkultur-Magazin "Access To Awesome" gerieten die beiden in einer Folge über Batman aneinander und so entstand die Idee zum Superhero Slam ... 

 

Julian Mandernach

Beats.Sound.Musik. Klangverarbeitung mit dem Computer für Anfänger und Fortgeschrittene

Dauer: 3 Tage | 1.–3. August (Sa–Mo, jeweils 10–18 Uhr)

Nach einer kurzen Einführung, in der wir uns thematisch mit der Natur des Schalls und mit unterschiedlichen Aufnahme- und Speicherverfahren auseinandersetzen werden, verwirklichen die Teilnehmenden wahlweise einzeln oder in Gruppen eigene Tracks oder Soundexperimente, während ich auf Fragen und Probleme eingehe, die im Prozess entstehen.

Meine persönlichen Schwerpunkte liegen im House und Hip-Hop-Bereich, wo ich differenzierter auf Fragen nach Genremerkmalen und gängige Praxis eingehen kann. Grundsätzlich sind aber alle Genres, Ansätze und Experimente im Kurs willkommen. Bei Interesse kann auch auf Filmton eingegangen werden.

OberGeek: Selektivton legt auf, produziert, experimentiert und ist selten zufrieden mit dem Ergebnis. Er erlebt Sprache als Rhythmus und Rhythmus als Sprache. Selektivton ist ein Mensch. Er hört, es klopft in ihm. Er spielt und produziert mit den Kollektiven „JO“ und „Techno Frühstück“. Weitere Infos unter www.selektivton.de 

 

Bastian Weiler

BühnenPräsenz oder Nutze die Macht weise, junger Padawan

Dauer: 1,5 Tage | Termin: 3.–4. August (Mo 10-18 Uhr, Di 10-15 Uhr)

Wir definieren für uns Bühnenräume. Wo sind wir explizit oder implizit mit Situationen konfrontiert, die an uns die Anforderungen stellen, die einem Auftritt gleichkommen? Ob wir ein Referat halten, Theater spielen oder ein Bewerbungsgespräch führen, der bewusste Umgang mit UNS im Hier und Jetzt und an Ort und Stelle ist der Schlüssel zur Macht äh, zum „Präsentsein“.

Wir werden unsere Wahrnehmung schulen, uns als Sender und Empfänger begreifen und Präsenz als Möglichkeit nutzen, erfolgreiche Kommunikation zu gestalten. Jedi-Zeug halt.

OberGeek: Bastian Weiler. Rhetorik in Tübingen. Clown in Mainz. Schauspieler und Musiker. KuWi, Musik und Theater in Hildesheim. Seit 10 Jahren Arbeit auf und vor der Bühne. 

 

Luise Gerlach


Künste im öffentlichen Raum

Dauer: 3 Tage | Termin: 4.–6. August (Di–Do)

Worum geht’s?

Künstlerische Praxis im öffentlichen Raum hat andere Voraussetzungen, Möglichkeiten und Wirkung als Kunst in geschlossenen Theatern, Galerien, Kinos oder Konzertsälen. Dabei geht es um ästhetische, soziale, politische, philosophische und ganz praktisch-technische Aspekte. Wir werden untersuchen, was das für unsere Projekte heißt.

Was braucht's?

Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Projektidee aus dem Bereich Straßentheater/Künste im öffentlichen Raum. Es muss sich nicht um Theater handeln, denkbar sind alle möglichen künstlerischen Ästhetiken. Die Idee kann auch noch skizzenhaft sein, aber zumindest ein Aspekt davon muss nach dem Vorbereitungstag durchführbar sein.

Wie läuft's?

Am ersten Tag werden wir uns theoretisch mit verschiedenen Aspekten von Kunst im öffentlichen Raum auseinandersetzen und letzte Vorbereitungen oder Proben für die Projektideen machen. Ab dem zweiten Tag geht es raus, um die Ideen live auszuprobieren. Anschließend reflektieren wir gemeinsam über das, was wir erlebt und gesehen haben und geben einander konstruktives Feedback.

OberGeek: Luise ist ausgebildete Clown-Schauspielerin und arbeitet seit 2007 hauptberuflich als Straßentheater- und Maskenspielerin mit Gastspielen in Deutschland, Europa und Übersee. Sie ist Mitglied im Bundesverband Theater im öffentlichen Raum. Seit Beginn ihres Studiums der Kulturwissenschaften in Hildesheim 2013 beschäftigt sie sich verstärkt wissenschaftlich mit Theater im öffentlichen Raum.


 
Leo Brauch und Marika Kisters

Kleines Kommunikationslabor

Dauer: 1,5 Tage | Termin: 5.–6. August (Mi 10–18 Uhr, Do 10–14 Uhr)

Warum bist du wieder zu spät? Das hättest du gestern schon machen sollen! Wie stellst du dir das eigentlich vor? Find ich doof! Alter, du nervst! Haben wir das nicht schon längst geklärt?

Wir wollen mit euch ein kleines Kommunikationslabor gründen, in dem wir gemeinsam Techniken für das Gespräch in der Gruppe üben und ausprobieren wollen. Dynamiken bestimmen eine Gruppe von Anfang an. Sie zu erkennen und zu verstehen kann eine nützliche Fähigkeit sein. In langen weißen Kitteln werden wir als Bewohner der obersten Elfenbeinturmspitze unser Wissen preisgeben. Wir sind als Psycho-Studierende die Ober-Geeks: Dein Verhalten befindet sich in unserem Reagenzglas. Hier werdet ihr aber selbst zum Forscher. Experimentiert mit uns an euch & mit euch an uns! Wir freuen uns, mit euch die Kommunikation in Gruppen und einige psychologische Phänomene zu erkunden.

OberGeeks: Wir sind Marika und Leo, Psychologie-Studierende, die gerne mal einen Teil ihres trockenen Studiums in einen coolen Workshop verwandeln wollen, denn eins ist für uns gewiss: Psychologie ist äußert spannend und für jeden nützlich! 

 

Svenja Rama

Stimmworkshop

Dauer: 1,5 Tage | Termin: 7.–8. August (Fr-Sa, jeweils 10 – ca.17.30 Uhr)

Mit dem Atem in Bewegung kommen, Raum für die Stimme schaffen, sich zuhören. Mit der Stimme experimentieren, Klangfarben finden, Extreme ausloten, Resonanz suchen. Lauschen. Lieder singen, Lieder erfinden, Töne machen.

Im Stimmworkshop soll es um das Zusammenspiel von Stimme, Sprache und Bewegung gehen. Wir nähern uns dem Thema spielerisch, mit Sprech- und Singimprovisationen, theoretisch, beim Klären der Vorgänge im Körper während des Singens, und funktional bei Atem-, Bewegungs- und Stimmübungen. Während der zwei Tage wird Zeit sein, den eigenen Stimmklang besser kennen zu lernen und die Wahrnehmung für das Zusammenspiel von Atmung und Stimme zu schärfen.  



Simon Niemann

Methoden des Biografischen Theaters

Dauer: 3 Tage | Termin: 9.–11. August (So 12–18 Uhr, Mo 10–18 Uhr, Di 12–18 Uhr)

Der dreitägige Workshop beschäftigt sich mit grundlegenden Methoden für die theaterpädago- gische Arbeit im Bereich Biografisches Theater. Neben konkreten Übungen und Spielen für unterschiedliche Zielgruppen werden auch Anregungen zum Workshopaufbau, zur Raumnutzung und Zeitplanung gegeben. Je nach Bedürfnissen und bisherigen Erfahrungen der Teilnehmenden können Schwerpunkte gesetzt werden, sodass der Workshop für Anfänger*innen und erprobte Theater- pädagog*innen gleichermaßen geeignet ist.

Bitte Isomatte oder Decke, bequeme Kleidung und ausreichend zu trinken mitbringen!

OberGeek: Simon Niemann studiert seit Oktober 2014 nach seiner Ausbildung zum Theaterpäda- gogen (BuT) in Heidelberg 2010 und seinem Bachelor hier in Hildesheim den Master „Inszenierung der Künste und der Medien“. Neben eigenen freien Regie- und Performanceprojekten, ist er Teil des Theaterkollektivs „Fort Nox“, das vor allem in Hildesheim, Frankfurt und Leipzig produziert. Seit 2010 arbeitet er als Theaterpädagoge und leitet verschiedene Seminare und Fortbildungen mit Kindern, Schüler*innen, Auszubildenden und Erwachsenen. Im Rahmen dieser Arbeit hat er zwei Jahre das Türkisch-Deutsche Theater in Hildesheim und einige Tanzprojekte in Zusammenarbeit mit dem Bundesverbands TanzinSchulen e.V. geleitet. 



Ricardo Gehn, Jakob Hüffell und Fabian Habecker    

MediaInstruments –Programmieren für die Bühne    

Dauer: 3 Tage | Termin: 10.–23. August (Mo–Mi)

Zunehmend werden wir in unserem Alltag von digitalen bzw. elektronischen Geräten begleitet und strukturiert. Dabei scheinen die Anwendungen, die uns von den Entwickler*innen und Designer*innen verkauft werden, schier unendliche Möglichkeiten zu bieten. Grenzen tun sich allerdings oftmals dann auf, wenn wir versuchen, die Geräte und Plattformen nicht mehr nur einfach zu benutzen, sondern diese zu manipulieren bzw. zu adaptieren.

Insbesondere diese Praktiken aber sind es, die im Kontext Kunst und Theater von hohem Stellenwert sind, wenn es darum geht, mit Hilfe von moderner Technik ästhetische und inhaltliche Positionen zu beziehen.

In unserem dreitägigen Workshop wollen wir euch verschiedene Programmierwerkzeuge und Bastelfreude vermitteln, wobei wir genauer auf Sound, Sensorik und Kommunikation eingehen werden und mit euch digitale Instrumente zur Steuerung von Medien und Sound bauen bzw. programmieren.

OberGeeks: Fabian Habecker. Ist im Vorstand von Freies Labor e.V. und arbeitet mit Sound und Programmierungen. | Jacob Hüffell. Programmiert mit Puredata Musik für Performances und ent- wickelt Soundinstallationen. | Ricardo Gehn. Entwickelt Software und elektronische Komponenten, die bei Performances und Ausstellungen zur Aufführung kommen. Ist Mitglied von Freies Labor e. V. 

  

 
Maike Tödter, 2 Eulen – Büro für Kulturkonzepte

Papierkram und mehr – Finanzierung und Abwicklung von Projekten der Freien Darstellenden Künste

Dauer: 3 Tage | Termin: 12.–14. August (Mi–Fr jeweils 10–14 Uhr)

Der Workshop beschäftigt sich von der Praxis ausgehend mit den Grundlagen der Finanzierung und Abwicklung von freien Theater-, Tanz- und Performanceprojekten. Nach einer Rekapitulation der Basics des deutschen Kulturfördersystems, geht es dann an das gemeinsame Durchspielen der unterschiedlichen Schritte einer Projektentwicklung, -durchführung und -abwicklung.

Ziel wird es einerseits sein, basale Fragen zu beantworten wie ...

... Welche Fördermöglichkeiten gibt es und wie finde ich die?

... Wie sieht ein Kosten- und Finanzierungsplan aus?

... Wie stelle ich einen Antrag?

... Was sind eigentlich diese ANBest-P?

Andererseits wollen wir versuchen, den „Admin-Instinkt“ ein wenig zu schärfen, sodass die Teilnehmer*innen lernen, perspektivisch mit den spezifischen Problemstellungen dieses Organisationsbereiches umzugehen.

OberGeek: Maike Tödter (*1985) gründete nach ihrem Diplom im Fach Szenische Künste zusammen mit Kaja Jakstat das Kulturbüro „Zwei Eulen“ in Hamburg. Sie ist seit 2010 als Dramaturgin und Produktionsleiterin für Freie Theater- und Tanzprojekte in Hamburg, Niedersachsen, NRW und Berlin tätig. Sie arbeitet unter anderem mit den Theaterkollektiven Frl. Wunder AG, pulk fiktion, Paradeiser Productions und InterroBang sowie Einzelkünstler*innen wie Angela Guerreiro. Daneben entwickelt sie zusammen mit Verbänden der darstellenden Künste Netzwerkkonzepte an der Schnittstelle von Kulturschaffen, -administration und Politik. 


 
Noch Fragen? – Miriam Schmidt | Projektleiterin |