Theater Kirschrot gründen den Club der Dickköpfe & Besserwisser!
Willkommen sind alle Schlaumeier, Rumdiskutierer und die, die die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben; alle sturen Böcke, Trotzköpfe und die, die mit dem Kopf gegen die Wand laufen.

Ein Theaterstück für und mit Hörenden und Hörgeschädigten ab 10 Jahren

Premiere:
19. Februar 2015
10 Uhr
Theaterhaus Hildesheim


In Zusammenarbeit mit dem Institut für Übersetzen der Universität Hildesheim sowie dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Hildesheim

Gefördert im Rahmen der deBühne im Theaterhaus Hildesheim e.V.

Gefördert von:
Friedrich Weinhagen Stiftung, Sparkassenstiftung Hildesheim, Fonds Soziokultur

  ist ein Stück von VOLL:MILCH und drei ExpertInnen über Sprache, Unterdrückung, das Wetter und Revolution. VOLL:MILCH steht nicht mehr alleine auf der Bühne und keiner spricht für sich. 

Für „ " arbeiten VOLL:MILCH im Rahmen der deBühne Reihe des Theaterhaus Hildesheim mit drei ExpertInnen des Alltags zusammen. Diese verbindet ihre besondere Beziehung zu Sprache und Sprechen und vor allem zu der Sprache einer Minderheit, der Gebärdensprache. In diesem Sinne geht es bei „ " auch immer um die Möglichkeiten von gesellschaftlicher Veränderung, Revolution und die Wirkmächtigkeit von Widerstand. 

Die Arbeit an „ " ist nicht nur die Erarbeitung einer Inszenierung, sondern auch eine intensive Beschäftigung mit Themen aus der Gehörlosenkultur und deren langjähriger Unterdrückung. Die deutsche Gebärdensprache wurde bis in die 80er Jahre aktiv unterdrückt. Hörgeschädigten war es an Schulen und Ausbildungsstätten nicht erlaubt, sich über Gebärden zu verständigen. 1998 wurde nach 118 Jahren der Unterdrückung die Deutsche Gebärdensprache (DGS) politisch anerkannt und erst 2002 mit dem Behindertengleichstellungsgesetz (§ 6 BGG) rechtlich als eigenständige Sprache anerkannt.

VOLL:MILCH setzt mit dieser Arbeit ihr Forschen an den Themen Sprache, Identität, Repräsentation und Wirkmächtigkeit fort.

VOLL:MILCH erachtet die Gebärdensprache in ihrer visuellen Ausrichtung als enorm wertvolles Theatermittel. Dieser visuelle Schwerpunkt schlägt sich in der Form des Theaterabends nieder: Wir arbeiten mit großen Bildern und lassen zum Teil bekannte und zum Teil weniger bekannte Theatermaschinerien für uns zaubern. Zusammen mit den ExpertInnen wollen wir die gesprochene Sprache brüchig werden lassen und erforschen, was darunter liegt. Denn im Unterschied und in der Gegenüberstellung von Kommunikationskonzepten liegt, wie wir glauben, ein sehr großes Potential für zeitgenössisches Performance Theater.

 

mit Jörg Apel, Marion Jansen, Paula Löffler, Stephan Mahn, Birk Schindler, Ekaterina Trachsel, Sebastian Rest, Saskia Zimmermann

Hereinspaziert meine Damen und Herren, hier und heute betrachten Sie das Leben, wie Sie es noch nie gesehen haben. Tauchen Sie ein in eine düstere Märchenwelt, in ein vielschichtiges Universum, in dem sich Vergangenheit und Zukunft, Magie und Fiktion verbinden. Erleben Sie den Mensch in der Maschine, der darauf wartet erweckt zu werden. Schauen Sie hin, hören Sie zu, doch lassen Sie sich nichts erzählen, denn hier im Labor der schlafenden Bilder zählt nur Ihre eigene Sicht auf die Dinge.

Das Theaterkollektiv Mennerdy beschäftigt sich in seiner Produktion "Carmina Mechanica" mit der zunehmenden Technisierung des Menschen. Smartphones und Computer sind alltäglicher Bestandteil unseres Lebens geworden, ebenso sind Prothesen und Herzschrittmacher längst nichts Ungewöhnliches mehr. Der Cyborg (die Verbindung von Mensch und Maschine) lebt bereits unter uns. Die Wiederherstellung, Erweiterung und Verbesserung des  Körpers und der Sinnesorgane ist seit längerem keine Science-Fiction mehr, sondern gegenwärtiges Thema der Forschung. Der rasante technische Fortschritt ist dabei, unser Leben grundlegend auf den Kopf zu stellen. Mennerdy fragen nach den Auswirkungen und Veränderungen, die dieser Fortschritt mit sich bringt. Wie funktioniert Kommunikation unter diesen Voraussetzungen, wie kann gemeinschaftliches Leben im Zeitalter der Technik aussehen und wird es  den Menschen wie wir ihn heute kennen in  Zukunft überhaupt noch geben? 

Mennerdy machen ihre Perspektive zugänglich, tauchen gemeinsam mit dem Publikum ein in märchenhafte Realitäten aus Sound, Licht, Körpern und Technik und erzählen reale Märchen über die Erschaffung von Leben, die damit einhergehenden Chancen aber auch von ihrer Vergänglichkeit bis hin zum Tod. Fernab von Bedeutungen stehen sich Bilder gegenüber, die in die Zukunft und das Wesen der Menschheit blicken lassen.

Von und mit:
Malte Andritter
Jonas Feller
Nico Franke
Hans Peters