Am 29.11.2016 um 18 Uhr findet eine Infoveranstaltung zur Honoraruntergrenze im Theaterhaus Hildesheim statt. 

Trägt die Gesellschaft die Verantwortung für den Kontostand Freier Künstler*innen? Sind Theaterschaffende selber schuld, wenn sie ihren Wert nicht kennen und einfordern? Und was verbirgt sich hinter dem Schlagwort "Honoraruntergrenze für die Freien Darstellenden Künste"?

 

Die Freie Szene ist eine tragende Säule der Kulturlandschaft und der Wert ihres Outputs für die Gesellschaft findet breite Anerkennung. Hildesheim hat hierbei eine ganz besondere Funktion: Die Stiftung Universität Hildesheim, und hier insbesondere das Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur bildet – als eine von sehr wenigen in Deutschland – für das Freie Theater aus. Hildesheim ist Brennpunkt und Beschleunigungsmotor für die gesamte Szene.

Die Förderstrukturen berücksichtigen jedoch auf keiner Ebene die Tatsache, dass hinter all der künstlerischen Innovation, den Inszenierungen, den Performances und Installationen menschliche Existenzen stehen: Menschen mit Kindern, mit Mietkosten, dem Bedarf an Altersvorsorge und Rentenversicherung... und nicht zuletzt mit der Notwendigkeit von Erholungszeiten. Die meisten Freien Künstler*innen bewegen sich jedoch im Niedriglohnsektor. Es herrschen prekäre Arbeitsbedingungen, und dies, obwohl die meisten Projekte öffentlich gefördert – und damit offensichtlich gesellschaftlich gewollt – sind.

Um diesen Missstand zu stoppen, hat der Bundesverband Freie Darstellende Künste (BFDK) die Empfehlung zu einer Honoraruntergrenze herausgegeben, und immer mehr Förderinstitutionen, auch in Niedersachsen, nehmen sich des Themas an.   

Wir wollen am 29. November 2016 um 18 Uhr im Theaterhaus Hildesheim über die Honoraruntergrenze informieren, über ihre Chancen und Möglichkeiten diskutieren. 

Einleitende Impulse werden gegeben von:

Andrea Fester (Freie Theaterschaffende, Vorstand Theaterhaus Hildesheim und LaFT),

Kaja Jakstat (Produktionsbüro Zwei Eulen und Dachverband Freie Darstellende Künste Hamburg),

Daniela Koss (Stiftung Niedersachsen) sowie

Ulrike Seybold (Geschäftsführung LaFT Niedersachsen und Vorstand BFDK).

Im Anhang finden Sie einen kurzen Ablaufplan des Abends und eine Handreichung des BFDK zur Empfehlung einer Honoraruntergrenze. Um eine Anmeldung bis zum 26. November über unsere Homepage wird gebeten.

 

Zum Nachhören im neuen Radio Tonkuhle Podcast Andrea Fester im Interview zur Honoraruntergrenze: 

https://soundcloud.com/fo2207/251116-honoraruntergrenze