Beim SCHREDDER Team ist weißer Rauch aufgestiegen. Wir haben diskutiert, einen Streit inszeniert und uns wieder vertragen. Das ist hart, schließlich geht es darum, wer Teil der SCHREDDER FAMILIE 2016 wird. 
Nun präsentieren wir hier exklusiv für euch, nicht ohne Stolz und Vorfreude, die vier teilnehmenden Gruppen:

Family Synthesizer oder die Möglichkeiten für jene, die die Absicht haben, eine neue Familie zu finden – Sira Möller / Winnie Wilka

Was passiert, wenn Menschen sich treffen, die sich zuvor noch nicht kannten, um – entgegen ihrem biologischen Familienkodex – eine neue Familie zu finden? Hierfür wird ein an Partnerbörsen angelehntes Planspiel zur Familienneugründung entwickelt, das dann gemeinsam mit Studierenden und Hildesheimer BürgerInnen in einer Stückentwicklung performativ umgesetzt wird. Es soll künstlerisch erforscht werden, inwiefern die Ideen der Social Media Utopie eine realisierbare Alternative zu konventionellen Familienkonzepten bieten kann.

 

Cister Act – Eduard Schreiber / Hannes Siebert

Zwei Cis-Boys wollen auch endlich geliebt werden. Wie Kevin sind sie allein in Hildesheim und hoffen, dass ihre Mutter irgendwo da draußen nach ihnen sucht. Aber das Warten hat ein Ende: Sie ziehen aus und begeben sich in der Drag Szene auf die Suche nach einer Mutter, die sich ihrer annimmt und ihnen das harte Handwerk einer Drag Queen beibringt. We will rise like a pheonix. Dokumentarisch aufgearbeitet und performativ performend, machen Hannes Siebert und Eduard Schreiber eine Transformation durch. Ungewiss, ob sie Mutterliebe bekommen werden oder ob sie sich gegen ihre Schwestern durchsetzen können, wird sich für die Hildesheimer alles verändern. Für immer.

 

Bilderbuchfamilien – Alina Engel / Tobias Möhlmann

„Und dann kommen wir da in diese perfekte Bilderbuchfamilie und das macht mich richtig fertig!“
Alina Engel und Tobias Möhlmann untersuchen, inwiefern die Zugehörigkeit zu einer Familie das Individuum beeinflusst und welche Auswirkungen diese auf das Tun und Handeln jedes einzelnen Familienmitgliedes hat. Sie überprüfen Familienmodelle und Ideale und gleichen diese mit ihrem eigenen Verständnis von Familie ab. Gemeinsam entwickeln sie einen Text mit autobiographischen Elementen und wollen szenisch abrechnen, um Vergebung bitten, Verständnis aufbringen, die eigene Rolle vergegenwärtigen und sich dagegen wehren.

 

Wenigstens makellos - Lena Düspohl / Clara Kaltenbacher / Carina Isabella Kluge / Caro Lutz / Margarete Rosenbohm / Terrence Xavier Johnson

Mit 20 stellen sie sich manchmal vor, wie es wäre Kinder zu haben und wie süß sie wären. In ihrer Imagination existiert das, was es sonst nie geben kann: das Perfekte. Kinder kosten, Kinder machen mehr Arbeit als sie übernehmen, Kinder sind anstrengend. Warum also nicht Kinder zu designten Gütern werden lassen, zu einem Luxusgut, das gesund, schön und intelligent ist? Pränatale Implantationsdiagnosik macht dieses Ideal möglich. Sie fragen sich, wie das Familienbild der Zukunft aussehen könnte, setzten sich mit der Gegenüberstellung von Perfektion und Liebe auseinander und mit der Frage, wer über die Gene eines Menschen bestimmen darf.