Am 11. Mai 2016 wurde der neue Vorstand des Theaterhaus Hildesheim e.V. in sein Amt gewählt und bestellt. Mit Andrea Fester, Maria Gebhardt, Nora Graupner, Robert Sengteller und Cäcilia Wosnitzka sorgt ein facettenreiches Vorstandsteam für die sorgenfreie Zukunft der Freien Spielstätte Hildesheims. Wir haben uns in den vergangenen Wochen kurz mit allen fünf getroffen und ihnen die gleichen fünf Fragen gestellt. Hier nun das bunte Potpourri an Antworten und Gedanken.  – Die Fragen stellte Eric Christopher Straube.   
Im Auftrag "Theaterhaus Hildesheim" unterwegs. Der neue Vorstand besteht aus bekannten Gesichtern: Andrea Fester, Maria Gebhardt, Nora Graupner, Robert Sengteller und Cäcilia Wosnitzka. | Bilder © Andreas Hartmann, Björn Stöckemann und Privat
 
Vor kurzem haben wir unter dem Bühnenpodest mal wieder sauber gemacht... was würden wir unter eurem Bett oder Sofa Spannendes finden?
 
Cäcilia Wosnitzka: Ein lebensgroßes Holzpferd auf Rollen.
 
Robert Sengteller: Hauptsächlich Katzenfell, mit etwas Glück eine verschollene Fernbedienungen oder eine Schlafmaske. 
 
Maria Gebhardt: Da mein Bett aus einem auf dem Boden aufliegenden Lattenrost besteht, nicht viel außer Staub. – Aber neben dem Bett liegt immer mindestens ein Buch, meist eher zwei. Und seit neuestem auch ein Spucktuch für unsere Tochter.
 
Nora Graupner: Staub. Und Staub. Und Kisten, von denen ich nicht mehr so recht weiß, was da eigentlich drin ist.
 
Andrea Fester: Ich schau schnell nach: Unter meinem Bett befinden sich aktuell meine Hausschuhe, eine Rolle Pringles – leer, eine Reisetasche – auch leer, ein kleines Staubmonster. Außerdem Robert Seethalers Roman "Ein ganzes Leben" und das Bilderbuch "Prinzessin Popelkopf" von Marc-Uwe Kling, sowie ein Koffer voller Bettwäsche, ein Madeira-Reiseführer, eine Babysocke, noch ein kleines Staubmonster, ein Korb voller Verwendungsnachweise längst vergangener Projekte, eine halbe Kopfschmerztablette, der Schal meiner Tochter und ein Verlängerungskabel. 
 
 
Dann auf ins Theaterhaus. Käse zum Wein und Wasser in den Absinth: Welches Getränk müsste die THeke ausschenken um euch richtig glücklich zu machen? 
 
Robert: In letzter Zeit ist die häufigste Entscheidung Bier. Generell sollte es aber etwas sein, dass alle glücklich macht. 
 
Nora: Polnische Hochzeit. Alternativ Grapefruitlimo.
 
Andrea: Wenn Maria [Herles, verantwortlich für Spielstättenleitung, Veranstaltungstechnik und Thekenorganisation im Theaterhaus – Anm. d. Verf.] in jedem Quartal einen saisonalen Spezial-Drink kreieren würde, wäre das ein großes Glück – nicht nur für mich. 
 
Maria: Maria kauft schon alles ein, was ich mir wünschen könnte. Nur die Kaffeekannen, unsere guten Bodumspender, gehen einfach zu schnell kaputt. Aktuell würde mich auch ein gutes alkoholfreies Bier, z.B. Lammsbräu, sehr glücklich machen!
 
Cäcilia: Żubrówka Biała, Polnischer Wodka.
 
 
Nach dem Drink in den Zuschauerraum und auf die Bühne: Was war deine größte theatrale Überraschung? 
 
Cäcilia: Etliche Juryentscheidungen. Die sind überall.
 
Nora: DIE größte gibt es nicht. Ein schönes Landschaftstheaterbild: Britische Kolonialherren in Booten auf einem "See" aus rotem Tennisplatz.
 
Maria: Mit meiner Antwort vergesse ich sicherlich viel zu viele Überraschungen, aber überrascht hat mich auf jeden Fall das Gastspiel von Rösler&Dorn aus Gießen, die es geschafft haben, aus mehreren Slapstickszenen eine Inszenierung zu entwickeln, die einem roten Faden folgte. Auch die Tatsache, dass sie von einem Techniker aus Hildesheim kurzfristig Unterstützung für das Fahren der Aufführung brauchten und trotzdem das Timing so hervorragend passte. Die zweite Überraschung heißt vielleicht also: wie schnell sich Menschen durch ein gemeinsames Medium dann doch immer wieder finden können.
 
Robert: Entweder die Überraschung gab es nicht oder sie war nicht einprägsam genug. Ich kann mich nicht daran erinnern.
 
Andrea: Wenn der Bühnenraum doppelt so breit, doppelt so lang und doppelt so hoch wäre.
 
 
Nach der Vorstellung ist vor der Vorstellung und dazwischen die Premierenfeiern. Die gehen gern lang, aber: Wann bist du das erste mal nach Mitternacht nach Hause gekommen?
 
Nora: Mit 10, nach der Hochzeit meiner Cousine (gut: mit den Eltern). Ohne Eltern: Mit 13, an Silvester.
 
Maria: Mit 15, vermutlich.
 
Andrea: Das muss 1984 gewesen sein, das Jahr, in dem ich begann mich für die vielen Disco- und Partybesuche aufzubrezeln und zu viel Zeit vor dem Spiegel für das typische 80er-Jahre-Styling verbrachte – und schließlich beschloss Schauspielerin zu werden.
 
Robert: Das ist sicher jetzt schon ein halbes Leben her. Aber sicher war es Silvester-Neujahr. 
 
Cäcilia: Es war auf alle Fälle schon hell.
 
 
Und ein Tipp für die Zukunft: Was ist wohl die blödeste Lebensweisheit, die du je gehört hast beziehungsweise den sinnlosesten Ratschlag, der dir je gegeben wurde? 
 
Robert: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ und „Bis du verheiratet bist, ist es verheilt.“.
 
Maria: Ich habe sie alle aus meinem Hirn gelöscht. Aber da war bestimmt mal was dabei à la „Bleib so wie du bist“ oder „Sei Veränderungen gegenüber vorsichtig“. 
 
Andrea: „Jede Gattin, klug und weise, kocht des Mannes Lieblingsspeise.“ Der Spruch hängt seit zig Jahren als antiquarisches Stickbild bei lieben nahen Verwandten in der Küche. Die Wörter sind seltsam angeordnet, so dass man beim ersten Hinschauen liest: „Jede Gattin kocht des klug Mannes und weise Lieblingsspeise.“ So oder so gelesen: Der Spruch erzeugt in meinem Hirn immer wieder die selben Fragezeichen.
 
Nora: „Der Erleuchtung ist es egal, wann du sie erlangst“.
 
Cäcilia: „Ratschläge sind auch Schläge“. 
 
 
Danke das ihr euch Zeit genommen habt. Wir wünschen euch eine schöne, für manche weitergehende  Vorstandszeit hier im Haus und habt immer schöne Theater(H)aussichten! 

Der aktuelle Vorstand des Theaterhaus Hildesheim e.V.: Andrea Fester, Maria Gebhardt, Nora Graupner, Robert Sengteller und Cäcilia Wosnitzka. | Bilder © Andreas Hartmann und Privat