Fata Morgana Productions sind Karl-Heinz Ahlers, Thomas Esser und Hartmut Fiegen.

Seit über 20 Jahren produzieren die drei multitalentierten Theatermacher unter dem Namen Theater Fata Morgana gemeinsam Theater für Kinder und Jugendliche. Als Theater Plan B bringen sie seit 1998 auch Stücke für ein erwachsenes Publikum auf die Bühne. Gegründet aus dem Studiengang Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim, produziert die Gruppe mittlerweile in Hildesheim und Hamburg.

 


 

aktuelle Produktionen:

Mein Gammelfleisch
Eine Verfallstudie

2015, ein Jahr der Freude, ein Grund zum Feiern! Denn vor genau 20 Jahren begann die bis heute anhaltende gemeinsame Theaterarbeit von Karl‐Heinz Ahlers, Thomas Esser und Hartmut Fiegen. Das anstehende Jubiläum bietet nun Anlass für eine Bestandsaufnahme ‐ Wo stehen wir heute mit unserer Kunst? Welchen Wert, welche Relevanz hat unsere Arbeit? Wo ist unsere Position im deutschen Theatergeschäft? Interessiert sich überhaupt noch jemand für uns in einer Theaterwelt, die immer mehr den Gesetzen der Popkultur und den diesen entsprechenden Marktmechanismen zu unterliegen scheint? 

Vom Blick auf die eigenen beruflichen Überlebens‐Chancen ausgehend, beleuchtet das Theater Plan B den Kosmos des Theaterschaffens, der einerseits aufgeladen ist mit hehren kunst‐elitären Ansprüchen, andererseits immer mehr abhängig ist von den marktwirtschaftlichen Gesetzen einer Leistungsgesellschaft, in der Jugend, Kraft, Hipness und Schönheit schon lange mehr zählen als Alter, Erfahrung und Gelassenheit. Der entscheidende Marktvorteil der Jugend liegt darin, dass die jungen Kräfte in Erwartung der großen Karriere dazu bereit sind, für wenig Geld rund um die Uhr zu arbeiten. Während in den Theaterbetrieben eine zunehmende Discounter‐Mentalität zu beobachten ist: Es wird versucht mangelnde Qualität (Erfahrung) durch Quantität (Arbeitseifer) wettzumachen. Den Alten droht dabei die Ausmusterung, sie gelten als zu teuer und zu wenig belastbar. Angesichts dieser ernüchternden Einsicht begibt sich das Theater Plan B auf den Prüfstand, bereit zum Leistungstest mit dem unbeugsamen Willen zur Selbst‐Optimierung – da geht noch was!


Klub der einsamen Herzen
Eine Theater-Session über "Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band"

1967 erschien mit „Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band“ das achte Studioalbum der Beatles. Es gilt als eines der ersten Konzeptalben der Popmusik. Die zwölf Songs des Albums erzählen sehr unterschiedlichen Geschichten, Miniaturen, die viel interpretatorischen Freiraum lassen: mal kleine Alltagsbeschreibungen, mal skurrile und psychedelisch anmutende Stimmungsbilder, mal Kurzgeschichten mit komplexen Vorgängen und klar gezeichneten Figuren. Wir beschäftigen uns an diesem Abend weniger mit der Musik als mit den Texten, sie bilden die Grundlage dieses Abends, der vieles sein wird, aber sicher kein Liederabend mit Beatles-Hits.

Wir wollen nicht nachspielen sondern neue Fragen aufwerfen, über Hintergründe phantasieren und vorhandene Geschichten weiterspinnen: Was wurde aus der kleinen Ausreißerin aus „She´s leaving home“? Wer ist die Figur, hinter dem sehnsuchtvollen Hilferuf in „With a little help from my friends“, und was ist ihre Geschichte? Wie lässt sich „When I´m sixty-four“ interpretieren angesichts der drohenden Überalterung unserer Gesellschaft? Wurde vielleicht nichts aus dem Anbandelungs-Versuch mit der lieblichen Politesse Rita („Lovely Rita“) aufgrund ihrer Neo-Nazi-Vergangenheit? Und was zum Teufel macht Lucy mit den Diamanten, die vom Himmel gefallen sind („Lucy in the sky with diamonds“)?

Den szenischen Ausgangspunkt dieser neuen „Theater Plan B“-Produktion bildet jener fiktive „Klub der einsamen Herzen“, der im Titelsong von den Beatles besungen wird. Wir behaupten ihn als Rückzugsort der Vereinzelten, der Gestrandeten und von Sehnsucht Getriebenen. 


Ubumania
Eine Politperformance nach Alfred Jarry

König Ubu ist ein durchgeknallter Despot – triebgesteuert, infantil, gefräßig, selbstgefällig, habsüchtig, grausam, ungebildet und feige. Mit Hilfe seiner ebenso skrupellosen Frau, einiger ungehobelter Schergen und der Dummheit des Volkes ist es ihm gelungen, sich aus kleinbürgerlichen Verhältnissen auf den Thron seines Landes zu hieven. Hier sitzt er nun und genießt das luxuriöse Leben eines Staatsfürsten auf Kosten seiner Untertanen in vollen Zügen. Einem kindlichen Lustprinzip folgend, regiert Ubu mit den Mitteln der Korruption, Vetternwirtschaft, Unterdrückung und Folter. Er erhebt absurde Steuern zur Absicherung seines bizarren Lebensstils – und Ubus Gefolgsleute machen mit, solange die Aussicht besteht etwas vom großen Fressen abzubekommen.

Klingt vertraut? Soll es auch! Von diesen machthungrigen Knallköpfen gibt’s doch gar nicht so wenige: Kim Jong-Il, Kadyrow, Lukaschenko, Berlusconi und unzählige mehr bringen doch immerhin eine Menge Schwung und Farbe in unser Leben. 

Unter der Regie von Chris Weinheimer jagen Karl-Heinz Ahlers und Thomas Esser den Diktator Ubu und sein dumpfes Gefolge durch den Plan-B-Schredder, um die Schnipsel zu einer wahnwitzigen Polit-Performance neu zusammen zu fügen. Jetzt wird abgerechnet!