heißes medium:polylux ist eine 2009 gegründete freie Theatergruppe. Feste Mitglieder sind Nora Graupner und Maike Tödter, die für die verschiedenen Produktionen mit verschiedenen Künstler_innen, Darsteller_innen und Institutionen zusammenarbeiten.
2009 entstand das erste Stück “TalkShow. Von der Wahrheit auszusagen. – ein Stück über die zwischenmenschliche Kommunikation”, sowie 2010/11 die Produktion “W.A.L.D. Wir alle leben davon” in Kooperation mit dem Theater HOWEI. 2012 folgte mit dem Sublabel “proxy body” die lecture performance “BITCH. Jagd auf ein
Phänomen.”, 2014 die Theaterperformance “Dicke Frauen.Theater über Körperbilder.”
Der Name heißes medium:polylux entstand in Anlehnung an Marshall Mcluhan und seine Unterteilung in heiße und kalte Medien. Wie ein Polylux geht es den Theatermacherinnen darum, bestehenden Bilder zu spiegeln und zu vergrößern – und dabei zu reflektieren.

 


 

aktuelle Produktionen:

Männer fressen
(unter dem Sublabel "proxy body" produziert)

Proxy body betrachtet männerverschlingende Figuren wie Salome, seziert die Vorgehensweisen von Sagengestalten und Gottesanbeterinnen und skizziert, inwiefern das Objekt der Begierde lieber verzehrt, als mit ihm interagiert wird.
Proxy body lädt das Publikum zu einer theatralen Fortbildung: in einem Format zwischen Lecture Performance und Theater widmen sich Nora Graupner und Maike Tödter mit "Männer fressen" den Facetten des Themas Antropophagie, seinen medialen und kulturellen Bildern. Was bedeuten sie für das Heute und unsere alltägliche Praxis des Fatal-seins? Und ist das Publikum bei all dem Komplizin oder Kritiker, Forschungsgegenstand oder Festessen?


Dicke Frauen 
Theater über Körperbilder

Sieben Frauen mit Körpern weit entfernt von Konfektionsgröße 38 setzen sich dem Blick des Publikums aus: Sie reden Klartext über Diskriminierungen bei der Arbeitssuche, über die Lust am Essen und das Einnehmen von Schlankheitspillen bis zum Darmstreik; Männer, die auf Rubensfiguren stehen, über die Vorteile von schwarzer Kleidung und die Erotik von Speckrollen.
“Fett gedisst” titelt die taz am 6. Mai 2012 und schreibt weiter, dicke Menschen seien “die letzte Minderheit, die ungestraft diskriminiert werden darf”. Schönheit und vor allem Gesundheit werden sowohl in den Medien als auch im Alltag gegen jene dicken Körpermodelle ins Feld geführt, welche mit beängstigender Selbstverständlichkeit pathologisiert werden. “Dicke Frauen” zeigt autobiografische Geschichten von Stigmatisierung und Klischees, aber auch von Ermächtigung und Emanzipation. Sieben Frauen mit sieben Biografien werden zu einem Theaterstück. Als Chor ermächtigen sie sich gegen Gewichtsstandards, the Biggest Loser und Schönheitsdiktate. Ein Theaterabend mit Expertinnen des Alltags über die Vielfalt von Lebensgeschichten und Körpern.