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2002 gründete sich deblue, um Tanz-Theater-Performances in Hildesheim zu entwickeln und aufzuführen. Für deblue sind eine interdisziplinäre und experimentelle Auseinandersetzung mit Tanz, Körper und Raum, sowie eine prozessorientierte und kollektive Arbeitsweise zentral. Die Gruppe setzt sich aus einem festen Kern assoziierter KünstlerInnen zusammen.
Seit 2002 entstanden die abendfüllenden Stücke „tRaum“ (2002), „Solografie“ (2005), „Annäherung an Atlas“ (2008) sowie die Performance „Schmutzige Geschäfte“ (2005), das Solo „Vom Fliegen“ (2007) und viele kleinere Projekte und Kooperationen. Gastspiele führten deblue nach Dresden und Calw.
Eine Wiederaufnahme der letzten Produktion „Annäherung an Atlas“ wird im November im Projekttheater Dresden stattfinden.
Danach sind weitere Aufführungen in Hildesheim, Schwerin, Berlin und München geplant.
Das neue Stück von deblue, eine Tanzinstallation, wird vorraussichtlich im März 2009 Premiere haben.
deblue ist Mitglied im Theaterhaus Hildesheim e.V. und im LAfT Niedersachsen.
„Annäherung an Atlas“
„Am Anfang war nichts. Nicht einmal Raum und Zeit. Man hätte mir
das Universum zuwerfen können und ich hätte es mit einer Hand
gefangen. Es gab kein Universum. Es war leicht zu ertragen."
Jeanette Winterson, Die Last der Welt
Der Atlas-Mythos ist in diesem Stück Gegenstand der Betrachtung von deblue. Auf der Grundlage der Atlaserzählung „Die Last der Welt" von Jeanette Winterson ist ein Tanztheaterstück entstanden, das aus verschiedenen künstlerischen Perspektiven Mythos, Kosmos und Körper untersucht.
Wir gehen davon aus, dass jeder Mythos eine Ansammlung von Schichten, von Geschichte ist. Dieser Struktur des Mythos sind wir mit einer, unserer, Stück-Partitur begegnet. Die einzelnen Figuren und künstlerischen Ebenen sind dabei in Schichten in einer Partitur zusammengeflossen. Eine Tänzerin, eine Schauspielerin, eine Cellistin, ein Videokünstler, ein Bühnenbildner und eine Choreographin schreiben ihre Spuren in den diagonalen Raum ein und erzählen dabei die Geschichte von Atlas und Herkules neu:
Atlas trägt den Kosmos. Das ist seine Strafe und seine Verantwortung. Er steht schon lang an diesem Ort der Strafe, den Kosmos auf dem Rücken. Da stattet ihm plötzlich Herkules einen Besuch ab. Er braucht drei Äpfel aus Atlas Garten vom Baum der Hera. Die Äpfel kann nur Atlas pflücken. Also nimmt Herkules ihm den Kosmos für eine Weile ab. Und Atlas kehrt, nach langer Zeit wieder in seinen Garten zurück, um die Äpfel zu holen, befreit von der Last des Kosmos.
Dann hat er eine Idee.
Warum überhaupt zurückgehen und den Kosmos wieder aufschultern?
Aber auch Herkules beginnt zu grübeln: Was wäre eigentlich, wenn Atlas nie zurückkehrt?
Ein Tanzstück und doch kein Tanzstück – eine interdisziplinäre Choreographie.
von und mit:
Caroline Frisch, Eva-Maria Reimer, Anja Peter, Sami Cornelius, Ingolf Watzlaw, ClaudiaGarbe
pressestimmen
«Annäherung an Atlas ist ein intelligentes Spiel der Zeichen und Verweise. Und ein Versuch der Mythen-Konstruktion und Dekonstruktion, dass glücklicherweise nicht klug durchdacht daherkommt, sondern poetische Körperbilder entstehen lässt.»
Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 14.07.2008
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produktionen
2002
tRaum
2005
Solografie
Schmutzige Geschäfte
2007
Vom Fliegen
2008
Annäherung an Atlas“
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